Nordpfälzer Heimatmuseum
Nordpfälzer Heimatmuseum
Bezirksamtsstraße 8, 67806 Rockenhausen
Barrierefreier Zugang möglich!
Eintritt: Frei – Spende erbeten
Tourist-Info
Das Nordpfälzer Heimatmuseum wurde im April 2023 nach erfolgreicher Neukonzeption offiziell mit einer kleinen Feier wieder eröffnet.
Die städtische Einrichtung wird vom Nordpfälzer Geschichtsverein und deren Museumskreis betrieben.
Neue Ausstellung – „Alte Gasthäuser im Rockenhausen vergangener Tage“
„Alte Gasthäuser im Rockenhausen vergangener Tage“
Im Nordpfälzer Heimatmuseum in Rockenhausen eröffnet der Museumskreis
am Mittwoch, 25. März 2026, 19 Uhr die Sonderausstellung
„GASTHÄUSER IM ROCKENHAUSEN VERGANGENER TAGE –
Bilder, Geschichte und Geschichten“ -.
Bürgermeister Michael Cullmann, Vorsitzender des Nordpfälzer Geschichtsvereins wird die Gäste begrüßen. Die Einführung in die Ausstellung übernimmt Thomas Rusch, Vorstandsmitglied des Nordpfälzer Geschichtsvereins. Das Nordpfälzer Heimatmuseum in der Bezirksamtsstraße 8 in Rockenhausen ist für BesucherInnen jeweils donnerstags und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet.
Die Idee zur Ausstellung entstand in einer Arbeitssitzung des Museumskreises und wegweisende Suchergebnisse fanden die motivierten Macher Timo Scherne, Luise Busch und Thomas Rusch natürlich in der Stadtchronik von Armin Engel.
Dort steht schwarz auf weiß: „Wenn man auch in Bezug auf Vergnügungen und Festlichkeiten öffentlicher Art nicht so anspruchsvoll war wie die Menschen heutzutage, so war doch immerhin die Gemeinde (Stadt) mit Wirtschaftslokalitäten in genügender Anzahl versorgt. Im Jahr 1899 waren es 10 konzessionierte Betriebe.“
1856 gestattete der Gemeinderat die Eröffnung einer Weinwirtschaft in der Schloßstraße. (Valentin Rothley) später Weinstube Roch, heute Eis Café Garden.
Die Wirtschaft „Zur Au“ wurde um 1868 erbaut, gehörte 1888 noch der Witwe Valentin Rothley und wird dann von Ludwig Gass käuflich erworben, der wie seine Vorbesitzer eine „Tafernewirtschaft“ betreibt.
Thomas Rusch fand im Fundus des Heimatmuseums und bei Privatleuten in Rockenhausen alte Postkarten, die früher als Urlaubsgrüße von Rockenhausen in die Welt verschickt wurden. Auf diesen Ansichtskarten waren auch die Abbildungen historischer Gebäude zu finden, die final für die Ausstellung aufgearbeitet wurden. Traditionsreiche Hotels und Gasthäuser im früheren Rockenhausen könne Interessierte nunmehr auf großen Bildtafeln bestaunen und dabei werden sicher auch Erinnerungen wach. Erinnerungen beispielsweise an das Bahnhofshotel Knobloch wo Tanzschülerbälle stattfanden, oder an Filmabende im Saal Enders im „Pfälzer Hof“.
Oder wer erinnert sich noch an das „Hotel und Gaststätte Schwan“ mit Postkutschenhaltestation in der Kreuznacher Straße? Das „Gasthaus Eberle“ am Marktplatz war unter dem vorherigen Besitzer Dietz lange ein Brauhaus auch mit noch heute vorhandenem Bierkeller unter dem Gebäude. Das Gasthaus Eberle ist das einzige Gasthaus in Rockenhausen, das es sogar in die Weltliteratur gebracht hat. Denn der Schriftsteller und Arzt Adam Karillon, lebte von 1880 bis 1883 im damaligen Gasthaus Dietz und schrieb in seinen Memoiren „Erlebnisse eines Weltenbummlers“ im Kapitel: „Drei Jahre hinterm Donnersberg“ von seinen Erlebnissen in der Nordpfalz. Als besondere Entdeckung gilt ein Bild vom „Hotel Deutsches Haus“ in der Luitpoldstraße.
Unvergessen auch die kürzlich geschlossene Pizzeria „Portofino“ der Familie Mineo – ein historisches Gebäude mit Tradition in Rockenhausen, das vor 1900 von Jakob Denzer als Wirtschaft betrieben wurde, die dann ab 1900 als Gasthaus von Friedrich Gaß übernommen wurde. Später wurde das Gebäude dann als „Gasthaus Gaß-Wolf„ eher wie ein Restaurant geführt, wie kostbare Zeitdokumente belegen. Die Sonderausstellung überrascht noch mit Materialen zu „Die Palette“, „Es Wasem Gretche“, „Forellenhof“, „Waldschenke“ Hintersteiner Hof u.a.m.
Einige Exponaten aus dem Gastronomiebereich sowie eindrucksvoll von Udo Michel erlebte und erzählte Geschichten verleihen der Ausstellung zusätzlich emotionale Authentizität.
Projekt des Monats Juli 2025: Neukonzeption des Heimatmuseums in Rockenhausen
Im Juli möchten wir Ihnen mit dem „Projekt des Monats“ ein besonders innovatives und zukunftsweisendes Vorhaben aus der Region vorstellen: die Neupositionierung des Nordpfälzer Heimatmuseums in Rockenhausen. Mit einem modernen Konzept und einer barrierefreien Gestaltung wurde das Museum grundlegend neugestaltet und zu einem Ort der Begegnung, des Lernens und der Identifikation mit der Region weiterentwickelt.
Das neue Ausstellungskonzept bricht mit den klassischen museumspädagogischen Ansätzen und verzichtet bewusst auf eine chronologische Darstellung. Stattdessen werden Besucherinnen und Besucher in ihrer Lebensrealität abgeholt und durch vielfältige Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart dazu eingeladen die Geschichte der Nordpfalz aktiv zu erleben. So entsteht ein lebendiges Museumserlebnis, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Raum für Reflexion und Austausch bietet. Zwischen der Vergangenheit und Gegenwart werden Brücken geschlagen, etwa bei der Darstellung historischer Migrationsbewegungen, indem diese mit der heutigen Lebensrealität in Verbindung gebracht werden. Auf diese Weise soll auch zur Stärkung der regionalen Willkommenskultur beigetragen und neue Zielgruppen angesprochen werden. Der Blick auf Kultur, Interkulturalität, Tourismus, Umwelt, Stadt-Land-Beziehungen sowie die Industriegeschichte der Region machen das Museum zu einem Erlebnisort für Einheimische und Gäste gleichermaßen. Dabei wurde besonders auf die Barrierefreiheit geachtet: Sämtliche Räume sind ohne Einschränkungen zugänglich, Informationen sind verständlich aufbereitet und es gibt zahlreiche Sitzgelegenheiten, auch um Orte der Erholung und des gemeinsamen Gesprächs zu schaffen.
Im neugestalteten Erdgeschoss steht das Motto „Was uns verbindet“ im Mittelpunkt: Es zeigt die vielfältige Landschaft des Donnersbergkreises – von den Weinbergen bei Zell bis zum Nordpfälzer Bergland – sowie die historische Nutzung natürlicher Ressourcen wie Bergbau, Landwirtschaft und Klosterkultur. Das Obergeschoss rückt den Menschen in den Fokus: Es beleuchtet die Stadtgeschichte Rockenhausens, das Alltagsleben früherer Zeiten und traditionelle Handwerksberufe wie Töpfer, Uhrmacher und Imker. Ergänzt wird die Ausstellung durch die lebendigen Städtepartnerschaften mit Rognac (Frankreich), Krk (Kroatien) und Glubczyce (Polen) sowie Porträts bekannter Persönlichkeiten wie Joy Fleming und dem Autor Christian Montillon.
Die LAG Donnersberger und Lautrer Land freut sich dieses umfassende Projekt mit einer Fördersumme in Höhe von 250.000,00 Euro unterstützt zu haben. Es zeigt beispielhaft, wie sich ein Museum als Ort der kulturellen Nachhaltigkeit neu positionieren kann.
Wenn auch Sie eine Projektidee haben, können Sie sich jederzeit beim Regionalmanagement (moritz.landsgesell@entra.de oder lena.hoim@entra.de) für eine kostenfreie Beratung melden. Mehr über LEADER und spannende Möglichkeiten finden Sie auch auf unserer Website (www.donnersberger-lautrerland.de) oder unserem Facebook-Kanal (www.facebook.com/LAGDoLaLa).
